3 LEARNINGS AUS DEM ERSTEN SHOOTING

Bei wild woman underwear geht es um schöne und bequeme Unterwäsche, die die tatsächlichen Bedürfnisse von Frauen an erste Stelle stellt. Aber es geht um so viel mehr als nur schöne Unterwäsche. Es geht darum, Frauen zu ermutigen, sich in ihrem eigenen Körper wohlzufühlen und zu ihrer eigenen wilden Frau zu finden. 

Für mich stand früh fest, dass ich diese Vision nur zum Leben erwecken kann, wenn ich Frauen in der Unterwäsche zeige, die ganz normale Körper haben. Mit allen Ecken und Kanten, die normalerweise wegretuschiert werden würden. 

Mir war zu Beginn gar nicht bewusst, dass das eine riesige Herausforderung ist, die mit Risiken einhergeht. Umso mehr bin ich begeistert darüber, was ich gemeinsam mit der Fotografin und den 12 Models schlussendlich kreiert habe. Lies weiter, wenn du wissen möchtest, was ich daraus gelernt habe und was ich beim nächsten Mal besser machen möchte. 

  1. Schönheit liegt nicht im Auge des Betrachters

    Für das Shooting habe ich über Monate hinweg mit verschiedenen Menschen gesprochen, die sich für die Vision von wild woman underwear begeistern konnten. Nachdem ich mit ca. 100 Personen in Kontakt war, habe ich gemeinsam mit der Fotografin schlussendlich 12 Personen für das Shooting ausgewählt. 

    Mir war es wichtig, dass die Models sich ganz natürlich vor der Kamera zeigen können und ein breites Spektrum an unterschiedlichen Körpertypen abbilden. Ich habe bewusst auf Models mit professioneller Erfahrung verzichtet, in der Hoffnung dadurch mehr Natürlichkeit und Normalität zeigen zu können.

    Natürlich war es ein Risiko mit Personen zu arbeiten, die keine Erfahrung vor der Kamera hatten und sich eventuell beim Shooting unwohl fühlen würden. Es war auch ein Risiko, Models auszuwählen, die nicht dem normschönen Standard unserer Gesellschaft entsprechen. Ich kann immer noch nicht vorhersagen, wie die Reaktionen auf die Bilder sein werden.

    Aber was ich weiß, ist, dass ich auf den Bildern 12 schöne Personen sehe. Ich sehe ihr Lachen, ihre Freude und ihre Zuversicht in sich selbst und eine Gesellschaft, in der normale Körper so gezeigt werden, wie sie sind. Ich glaube nicht daran, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt, sondern daran, dass jede Person Schönheit ausstrahlt. Und genau das hoffe ich mit den Bildern bald zeigen zu können. 

     

  2. Diversität bedeutet für jede:n etwas anderes

    Diversität ist ein wenig so wie ein richtig gründlicher Frühjahrsputz: Wenn du einmal die Schränke aufmachst um auszusortieren, findest du viel mehr als du hättest erahnen können. Was ich damit sagen möchte, ist, dass ich lernen durfte, dass es um mehr geht als mehrgewichtige Menschen und unterschiedliche Hautfarben zu zeigen.

    Es gibt Menschen, die sich aufgrund ihres Alters nicht gesehen fühlen. Es gibt Menschen, die sich aufgrund ihrer ungeraden Zähne nicht gesehen fühlen. Es gibt Menschen, die sich aufgrund ihrer unreinen Haut nicht gesehen fühlen. Es gibt Menschen, die sich aufgrund ihrer Körperbehaarung nicht gesehen fühlen. Es gibt Menschen, die sich aufgrund einer Behinderung nicht gesehen fühlen. 

    Es gibt so viele Menschen, die sich durch das heute geltende Schönheitsideal nicht gesehen fühlen und es verdienen, gezeigt zu werden. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass ich nicht alles in einem Shooting zeigen kann. Zum einen konnte ich bestimmte Menschen gar nicht finden (z. B. ältere Models), zum anderen konnte ich nicht mehr als 12 Models einladen und musste eine Auswahl treffen.  

    Ich weiß, dass die Auswahl für einige total divers sein wird und andere wiederum werden sich mehr Repräsentanz von der ein oder anderen Gruppe wünschen. Und das ist auch vollkommen ok. Denn Diversität bedeutet für jede:n etwas anderes. Ich bin froh, dass wir Models für das Shooting gewinnen konnten, die unterschiedliche Körpertypen repräsentieren. Gleichzeitig möchte ich die nächsten Shootings dafür nutzen, weitere Menschen mit anderen “Makeln” zu zeigen, die wir beim ersten Shooting nicht zeigen konnten. 

     

  3. Körperakzeptanz sieht jeden Tag anders aus

    Auch wenn ich mir wünschen würde, dass es eine magische Formel für mehr Körperakzeptanz gäbe, so stelle ich immer wieder fest, dass es sie nicht gibt. 

    Ich würde behaupten, dass alle Models vom Shooting ihre Körper so akzeptieren wie sie sind. Denn nur deswegen konnten sie sich so natürlich und frei vor der Kamera bewegen und ihre Schönheit nach außen ausstrahlen. Gleichzeitig habe ich im Laufe des Tages immer wieder festgestellt, dass die eine lieber den Norwegian trägt um den Bauch zu bedecken oder die andere lieber mit geschlossenem Mund lacht, um ihre Zähne nicht zu zeigen. 

    Und das ist die Realität. Körperakzeptanz ist nicht etwas, das wir einmal erreichen und dann nie wieder damit in Berührung kommen. Vielmehr ist es ein täglicher Prozess, der mal so oder so verläuft. An einem Tag können wir uns ganz selbstsicher im Spiegel zuzwinkern und am nächsten Tag wollen wir jeden Spiegel so gut es geht meiden. 

    Ich glaube schon, dass bestimmte Sachen dabei helfen, Körperakzeptanz zu fördern. Zum Beispiel war das Shooting für alle ein total positives Erlebnis, bei dem sich alle frei zeigen konnten, genau so wie sie sind. Ich glaube aber auch, dass Körperakzeptanz jeden Tag anders aussieht und das zu akzeptieren, macht es leichter, schlechtere Tage anzunehmen. 

 

Mein allergrößtes Learning aus diesem Shooting war jedoch, an sich selbst und die eigene Vision zu glauben. Ich bin froh, die kritischen und warnenden Stimmen ausgeblendet zu haben und bin unheimlich stolz auf das Ergebnis. Die Bilder sind so toll geworden und ich freue mich riesig, diese bald mit dir zu teilen.

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